Fotofestival in Arles

September 26, 2018 Divine Diversity

Auf dem Fotofestival in Arles, Frankreich, haben wir „Me, Myself and Emma“ einer Galerie vorgestellt. Dazu hatte ich einige unserer ersten Fotos ausgedruckt und mir im Vorfeld natürlich Gedanken dazu gemacht, was eigentlich der tiefere Hintergrund des Projekts ist.

Es ist ja immer so eine Sache, Dinge in der Theorie oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu machen – ein ganz anderes Kaliber ist es allerdings, wenn plötzlich sichtbar wird, was scheinbar nicht so recht gesellschaftsfähig ist. Das fängt bei ganz banalen Dingen an, wie der Besuch im Klamottenladen.

Wie reagieren die Menschen, wenn ein Mann mit Kleidern unter dem Arm in die Umkleide geht? Was denken die KassiererInnen, während ich meine neuen Outfits bezahle? Und was noch viel interessanter ist: was denke ich, was die anderen über mich denken? Und ist das überhaupt wichtig? Oft macht man selbst sich mehr Gedanken als andere, gerade wenn man gegen Konventionen verstößt. Angst vor der möglichen Reaktion zu haben mag menschlich sein, aber eigentlich ist es höchstens Angst vor dem Unbekannten. Wir haben in aller Regel keine Angst vor Dingen, die wir kennen, sondern nur vor Dingen, die uns fremd erscheinen. Verstärkt wird das noch, wenn man durch unbekannte Situationen alleine gehen muss. Alles ist leichter, wenn man in Gesellschaft ist. Vielleicht war ich deshalb so dankbar, dass Maike das perfekte Sommerkleid für Emma gefunden hat und ich gar keine andere Wahl hatte, als es anzuprobieren.

Die Galeristin hat uns übrigens zu sich in die Galerie eingeladen und möchte unbedingt beim nächsten Mal weitere Ergebnisse sehen.

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