Ich bin Emma

Mai 10, 2018 Divine Desire

Habt Ihr Euch schon einmal gefragt, was der wirkliche Unterschied zwischen Mann und Frau ist, ganz abgesehen von Anatomie? Sind Frauen wirklich einfühlsamer, verständnisvoller und hilfsbereiter als Männer? Was Du machen würdest, wenn Du im falschen Körper geboren bist, Dich nicht an gesellschaftliche Normen hältst und wie die Mitmenschen reagieren, wenn Du aus der vom Geschlecht oder Aussehen vorgegebenen Rolle ausbrechen würdest?

Wir leben in einer vergleichsweise aufgeklärten, toleranten Gesellschaft, und trotzdem sind wir von der Gleichheit der Geschlechter weit entfernt – viele Menschen brüsten sich mit Toleranz, erkennen aber nicht, dass Akzeptanz das Motto der Wahl sein sollte. Über lange Zeit wurde uns anerzogen, was typisch männlich und typisch weiblich ist. Das fängt bei Verhaltensweisen an, geht über Kleidung, Frisuren und MakeUp bis hin zu der Frage, welche Jobs für Männer und Frauen die richtigen sind. Abweichungen von dieser Norm sind in der Theorie völlig in Ordnung, aber wie sieht das in der Praxis aus?

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit genau diesen Fragen und möchte darauf fotografische Antworten finden. Nun bin ich fest davon überzeugt, dass man nichts fotografieren kann, das man nicht kennt. Aus diesem Grund habe ich das Fotoptojekt „Me, Myself and Emma“ begonnen, es handelt sich dabei um ein freies Projekt mit dem langfristigen Ziel einer Fotoausstellung zum Thema Gender. Der Titel ist nicht ganz zufällig gewählt, denn es handelt sich in erster Linie um Selbstportraits, liebevoll unterstützt durch Maike. Dazu begebe ich mich in die Rolle von Emma, denn ich bin davon überzeugt, dass nur durch die direkte Konfrontation mit bestimmten Situationen für mich verständlich und erfahrbar wird, welche Auswirkungen ein solcher Rollenwechsel haben wird . Sollte Euch also in nächster Zeit Emma statt Florian die Tür öffnen: Keine Sorge, ihr habt nicht die falsche Klingel erwischt.

Natürlich ist es für mich eine spannende Erfahrung, zumal es sich bei der Serie um mein erstes großes, freies Fotoprojekt ohne Auftrag handelt. Falls es Euch interessiert, verfolgt gerne meine Beiträge hier auf Facebook in nächster Zeit. Kommentiert und teilt die Beiträge gerne, denn das Thema ist nicht nur durch die offizielle Einführung des dritten Geschlechts aktuell, sondern auch weil die Welt dringend ein klein wenig mehr Farbe brauchen kann. Für mich geht es in diesem Projekt um Selbsterfahrung,

Experimentieren und um Verständnis. Wertfrei, ohne Vorurteile oder festgelegte Agenda. Was sich letztlich daraus ergibt, wie sich das Projekt entwickelt und welche Erkenntnisse ich daraus gewinne, wird die Zeit zeigen. Dass man mit diesem Thema zumindest nicht nur Gender in Frage stellt, sondern tiefe Glaubenssätze und angebliche „Normalität“, gilt für mich bisher als gesicherte Erkenntnis. Auf jeden Fall liegt eine spannende Zeit vor mir und ich freue mich auf interessante, aufschlussreiche Erfahrungen.

Natürlich gilt: sollte jemand Fragen oder Anregungen dazu haben, vielleicht sogar am Projekt mitwirken wollen oder jemanden kennen, für den das in der einen oder anderen Weise interessant sein kann, meldet Euch gerne bei mir!

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